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26. August 2012: PARLAR CANTANDO

„Parlar cantando“ - singend sprechen. Eine Praxis im Italien des 13. und 14. Jahrhunderts Gedichte laut zu rezitieren. So wie unsere Zeit eine visuell geprägte Zeit ist, in der sehr viele Informationen lesend und schauend aufgenommen werden, so war der mittelalterliche Mensch ein auditiver Mensch, darauf angewiesen, sich sein Wissen hörend und nachsprechend anzueignen. Der Rezitator kleidete das Gedicht mit seiner Stimme in Klang – vestiva il canzon. Hier konnten die Grenzen zwischen Wort und Musik aufgelöst und zu einem improvisierten Sprech - Gesang gestaltet werden. Die feste polyphone Komposition stellte nur einen Teil der italienischen Musikpflege dar, den weitaus größeren bildete die Kunst des Improvisierens. Die Musik der norditalienischen Kulturzentren Verona und Florenz steht im Mittelpunkt dieses Programms.

Die Künstler

Ensemble "La Mouvance"
Ensemble "La Mouvance"

La Mouvance widmet sich der Aufführung europäischer Musik des 12. bis 15. Jahrhunderts. Der Begriff „mouvance“ steht für den Variantenreichtum eines Stückes, der durch mündliche Überlieferung entstanden ist und später in Manuskripten festgehalten wurde. Im Rahmen der International Young Artist’s Presentation des Festivals Laus Polyphoniae Antwerpen 2010 wurde dem Ensemble der Titel „IYAP Selected Promising Ensemble 2010“ verliehen. Zahlreiche Konzerte führten La Mouvance u.a. zum Festival Oude Muziek Utrecht 2010, zur Französischen Woche Heidelberg 2011 und dem Festival Wunderhören – Tage Alter Musik Worms 2011. In Seminaren und internationalen Workshops zur Aufführungspraxis vertieften Christine Mothes, Nelly Sturm und Karen Marit Ehlig ihre musikalischen und musiktheoretischen Fähigkeiten, so bei Pedro Memelsdorff und in der Fortbildung „Die Musik der hohen Stände“ unter der Leitung von Marc Lewon und Uri Smilansky. Neue Impulse erhielt das Ensemble zudem in der Zusammenarbeit mit Kees Boeke, Jill Feldman und Benjamin Bagby. Die Musikerinnen geben ihre Erfahrungen auf Kursen und Workshops weiter.

Christine Mothes studierte Blockflöte an der Hochschule für Musik und Theater „Felix Mendelssohn-Bartholdy“ Leipzig bei Robert Ehrlich sowie an der Escola Superior de Musica de Catalunya Barcelona bei Pedro Memelsdorff (Blockflöte) und Marta Almajano (Gesang). Anschließend folgte ein Gesangsstudium bei Gundula Anders und Marek Rzepka mit Schwerpunkt Alte Musik/Historische Aufführungspraxis an der Hochschule für Musik und Theater „Felix Mendelssohn-Bartholdy“ Leipzig. Zahlreiche Meisterkurse und Fortbildungen, insbesondere zur Aufführungspraxis mittelalterlicher Musik bei Pedro Memelsdorff, Maurice van Lieshout, Rebecca Stuart, Benjamin Bagby, Marc Lewon und Uri Smilansky ergänzten ihre Ausbildung. Mit dem Ensemble Metro Marina gewann Christine Mothes den Förderpreis Alte Musik des Saarländischen Rundfunks und der Fritz Neumeyer Akademie 2009. Sie trat bei zahlreichen Musikfestivals im In- und Ausland auf, u.a. dem Bachfest Leipzig, der Greifswalder Bachwoche, dem Festival „Güldener Herbst“ der Academia Musicalis Thuringia, dem Festival Wunderhören – Tage Alter Musik Worms sowie dem Festival Internazionale di concerti per organo Aosta auf. Regelmäßig wird sie für Konzerte der Internationalen Bachakademie Stuttgart als Blockflötistin eingeladen.

Nelly Sturm studierte Alte Musik im Hauptfach Blockflöte an der Hochschule für Musik und Theater „Felix Mendelssohn-Bartholdy“ Leipzig bei Robert Ehrlich und Anna Januj, Barockfagott und Dulzian bei Györgyi Farkas. Es folgte ein ergänzendes Studium an der Escola Superior de Musica de Catalunya bei Pedro Memelsdorff, sowie zahlreiche Seminare in Venedig und Basel für mittelalterliche Musik u.a. bei Marc Lewon und Uri Smilansky. Seit 2011 studiert sie im Hauptfach Barockfagott an der Schola Cantorum Basiliensis bei Donna Agrell und Josep Borras.

Karen Marit Ehlig studierte Orchestermusik und Musikpädagogik im Hauptfach Violine an der Hochschule für Musik Franz Liszt Weimar und der Hochschule für Musik Carl Maria von Weber Dresden und war während dieser Zeit Praktikantin der Staatskapelle Weimar und der Jenaer Philharmonie. Es folgten ein Ergänzungsstudium im Fach Barockvioline bei John Holloway; ein Aufbaustudium Musikwissenschaft an der Technischen Universität Dresden, sowie private Studien auf der Fidel für Mittelalter- und Renaissancemusik bei Jane Achtman und Susanne Ansorg. Internationale Meisterklassen bei Stanley Ritchie, Susanne Scholz, Michi Gaigg, Anton Steck, Marc Lewon, Uri Smilansky, Benjamin Bagby u.a. gaben ihr neue Impulse. Sie konzertiert regelmäßig im In- und Ausland als Geigerin, Bratschistin und Fidelspielerin mit verschiedenen Ensembles, nahm mehrfach beim Festival „Güldener Herbst“ der Academia Musicalis Thuringia und dem Bachfest Leipzig teil. 2009 und 2010 war sie beim Barockfest Zürcher Oberland und Flimserstein.ch in der Schweiz zu hören.